ROCCAT: Ryos MK Pro

ROCCAT: Ryos MK Pro

Nach dem schon recht ausführlichen Review zu meiner neuen Maus, möchte ich jetzt auch die neue Tastatur etwas genauer unter die Lupe nehmen. Wer das Review zu ROCCAT™ Kone XTD lesen möchte, findet des hier:

Review:  Gaming Maus ROCCAT™ Kone XTD

Die ROCCAT™ Ryos MK Pro

Technische Details

ROCCAT Ryos MK Pro Lautsprecher- und MikrofoneingangDie Ryos MK Serie aus dem Hause ROCCAT beinhaltet aktuell die „Premium Tastaturen“ des Herstellers. Neben der MK Pro, die ich besitze gibt es noch 3 andere Varianten:

  • Ryos MK
  • Ryos MK Glow
  • Ryos TKL Pro

Dabei ist die letztere eine kleinere Version der MK Pro, die allerdings keinen Nummernblock auf der rechten Seite besitzt. Vor allem in kleinen oder beengten Einsatzgebieten kann das klar von Vorteil sein. Denk man beispielsweise an eine LAN oder kleine Schreibtische, so bleibt mit der Ryos TKL Pro noch genug Platz für ein Mauspad. Die beiden anderen Tastaturen, die Ryso MK sowie die MK Glow sind der MK Pro sehr ähnlich. Bieten jedoch weniger Funktionen oder Multimedia-Anschlüsse. Im weiteren gehe ich lediglich auf die MK Pro ein, die ich selbst benutze.

Ausstattung

  • ROCCAT Ryos MK Pro verfügt über zwei USB 2.0 AnschlüsseMechanische CherryMXSwitches, daher wird die Tastatur auch als „mechanische Tastatur“ bezeichnet. Diese sind in 4 verschiedenen Ausführungen vorhanden
    • Die Vorteile der Cherry MX Switches folgen unten
  • 8 Makro Tasten
  • Einzeln beleuchtete Tasten mit verschiedenen Einstellungen
  • EASY-SHIFT[+]™ für eine Doppelt-Belegung vieler Tasten
  • ROCCAT Talk für eine Kommunikation zwischen mehreren ROCCAT Geräten
  • 2x USB 2.0 auf der rechten Seite
  • 2x 3,5mm Audio Anschluss für Mikrofon und Ton
  • 2 32bit CPUs für schnellste Verarbeitung von Tastenanschlägen und LED Einstellungen

Eine komplette Beschreibung findet man auf: ROCCAT.org Ryos MK Pro

Design und Verarbeitung

ROCCAT Ryos MK Pro von obenDas Design an sich ist natürlich immer Ansichtssache, weswegen hier allein mein persönlicher Eindruck zum Tragen kommt. Natürlich hätte ich mir die Tastatur nicht gekauft, wenn mir das Design nicht zugesagt hätte. Trotz dessen gibt einige Kleinigkeiten die durchaus erwähnenswert sind.

Zum einen besteht die Oberfläche im Gegensatz zu vielen anderen Produkten andere Hersteller nicht aus einen glänzenden Klavierlack, der Schmutz und Fingerabdrücke nur so anzieht, sondern aus einer Matt-Schwarzen Oberfläche, in der eine Textur eingelassen ist, die sich sehr gut anfühlt, aber auch dafür sorgt, dass kaum Spuren von Fingern darauf zu sehen sind. Zum anderen gibt es kleinere Elemente (Schriftzüge, Umrandungen) die in Klavierlack-Optik einen Hochwertigen Eindruck liefern. Auf diesen sieht man allerdings auch recht schnell jeden Fingerabdruck. Das Gesamtbild der Tastatur würde ich als sehr wertig einschätzen, ohne dabei zu übertreiben oder einen zu „futuristischen“ Eindruck zu machen.

ROCCAT Ryos MK Pro KabelführungAuch die Verarbeitung lässt bei meinem Modell keine Wünsche offen. Mir ist nach mehr als einem halben Jahr nichts aufgefallen, dass negativ ins Auge fallen könnte. Nach wie vor steht die Ryos MK Pro solide auf dem Schreibtisch, es klappert nichts, es wackelt nichts und es macht immer wieder Spaß damit zu arbeiten oder zu spielen. Sehr gut gelungen sind die Standfüße zum Herausklappen, auch dann steht die Tastatur sehr fest und rutscht nicht willkürlich hin und her, auch wenn es hektisch zu geht beim Spielen. Auf der Unterseite sind zudem Schächte zum durchführen von Kabeln angebracht, es können also Kabel von Headset oder Maus bequem darunter verlegt werden, ohne dass die Tastatur kippelt – sehr gut durchdacht, allerdings nutze ich dies nicht.

Im Gegensatz zu vielen anderen Tastaturen verfügt die Ryos MK in allen Varianten nicht über einen abnehmbare Handballen-Ablage. Diese ist fest angebraucht und fällt zudem relativ groß aus, was mir sehr gut gefällt, die Tastatur allerdings insgesamt recht groß und schwer wirken lässt. Auch ungewohnt ist das dicke mit Stoff ummantelte Kabel der Tastatur. Bedingt durch die beiden USB und Audio Anschlüsse ist das dicke Kabel allerdings nötig, aber da durch auch recht fest und daher nicht sonderlich flexibel.

Besonderheiten

Die wohl bei größten Besonderheiten sind die individuelle Beleuchtung jeder einzelnen Taste sowie die Nutzung der mechanischen Cherry MX Schalter.

LED Beleuchtung der einzelnen Tasten

ROCCAT Ryos MK Pro verfügt über FN KeyAllerdings muss ich die anfängliche Euphorie der LED Beleuchtung etwas bremsen. Zusammen gefasst, ist das zwar eine nette Spielerei, die viele Funktionen und Animationen bietet, da jede Taste einzeln beleuchtet und angesprochen werden, aber ich persönlich finde die meisten doch schon eher nervig auf Dauer, da es schnell zu viel werden kann, alle Tasten ständig blinken. Ich selber nutze lediglich 2 Dinge. Wenn länger keine Taste gedrückt wurden, gibt es eine Art „Bildschirmschoner“ bei der langsam einzelne Tasten an gehen, die Mehrheit der Tasten ist aber aus. Die zweite Funktion die ich nutze ist, dass wenn eine Taste gedrückt wurde, diese für eine Sekunde aus geht. Im Grunde ist dies auch überflüssig – gerade beim Spielen schaut man fast nie auf die Tastatur, und beim Schreiben mit 10 Fingern braucht man dieses optische Feedback auch nicht, aber ich finde es ganz nett, wenn man doch hinschaut. Grundlegend sind bei mir alle Tasten immer beleuchtet und das auf fast der höchsten Helligkeit.

Die Cherry MX Switches

ROCCAT Ryos MK Pro Makrotasten an der linken SeiteHerkömmliche Tastaturen stellen mit Hilfe eines Gummis einen elektrischen Kontakt her, da der Gummi mit der Zeit ausleiert, werden die Tastenanschläge von Zeit zu Zeit schwammig und schnell unpräzise. Dies gescheit logischerweise vor allem bei den Tasten, die häufig genutzt werden. Da durch passiert es nicht selten, dass das Signal gar nicht oder viel zu spät erst ankommt. Gerade beim Spielen kann das ärgerlich sein.

Die mechanischen Schalter haben diese Probleme nicht. Hier wird vollständig mechanisch gearbeitet, es wird ein kleiner Schlitten nach unten gedrückt, der den Kontakt auslöst und mittels Feder wieder nach oben gedrückt werden. Verschiedene Tests ergaben, dass erst nach rund 50 Millionen Anschlägen erste Ermüdungen messbar sind. Zu dem können durch die Feder unterschiedliche Druckpunkte erreicht werden. Hierfür gibt es aktuell vier verschiedene Cherry MX Switches:

  • cherry_blueBlue – schnell aber „laut“
    • Druckpunkt: 50g
    • Feedback: Audio und Taktil
  • cherry_blackBlack – ohne Feedback zum Zocken
    • Druckpunkt: 60g
    • Feedback: Keins
  • cherry_brownBrown – All-Rounder
    • Druckpunkt: 45g
    • Feedback Taktil
  • cherry_redRed – schnell und leise
    • Druckpunkt: 45g
    • Feedback keins

Queller der Cherry-Bilder: ROCCAT.org

  • Taktil bedeutet, dass es spürbar ist, wenn die Taste soweit gedrückt wurde, dass ein Signal erfolgte.
  • Kein Feedback heißt, die Taste hat ein lineares Druckverhalten. es ist also nicht fühl- oder hörbar, wenn das Signal ausgelöst wurde.
  • Das Audio Feedback ist ein leises Klicken des Schalters, sobald dieser ausgelöst hat.

Jeder Cherry MX Switch hat Vor- und Nachteile, die vor allem vom persönlichen Geschmack abhängen. Hier hilft wohl nur das Probieren der Tastatur beim Händler (leider sind hier meist nur die braunen vorhanden) oder besser man kennt jemand mit einer solchen Tastatur bzw. die diese mechanischen Switches verbaut hat. Ich selber habe vor dem Kauf jeden der vier Cherrys persönlich probiert und mich dann für die braunen entschieden.

Tastatur im Einsatz

Zu gegeben der Preis von auch jetzt knapp 170 € ist eine ordentliche Menge Geld – vorher habe ich mit einer 15€-Tastatur auch alles machen können was ich wollte – aber für mich hat sich das Geld zumindest teilweise gelohnt. Wie schon gesagt, nutze ich die Beleuchtung der Tasten nur, weil ich sie habe, ein nettes Gimmick, auf das ich aber auch verzichten könnte. Da aber auch nur die MK Pro mit den zusätzlichen Multimedia-Anschlüssen (USB und Audio) daher kommt, kam für mich nur die große Ausgabe der Ryos in Frage.

Da ich aber vorher auch schon ohne die Verwendung von Makros gespielt habe, sind diese Tasten und deren „Einstellungen“ für mich sehr ungewohnt und selbst wenn ich versuche diese zu nutzen, bereits nach wenigen Tagen wieder komplett vergessen, was wo auf welchem Makro liegt; die Makrofunktion ist also für mich auch eher überflüssig – für andere mag das aber sicherlich sehr wichtig sein. Direkt in Verbindung damit steht die Treiber-Software. Diese ist ganz okay, für meinen Geschmack etwas überladen und sehr vollgestopft mit Buttons und Funktionen, aber da ich hier so gut wie nie etwas ändere ist das auch okay. Alle wichtigen Einstellungen sind einfach und gut zu finden.

Beim Spielen

ROCCAT Ryos MK Pro schrägAuch wenn ich es vor dem Selbstversuch nicht glauben wollte, es ist ein klarer Unterschied spürbar, wenn man herkömmliche Tastaturen mit den mechanischen Vergleicht. Auch meine alte Gaming Tastatur aus dem Hause Microsoft, die mich Jahre lang begleitet hat, schätze ich rückblickend als schlechter ein. Eingaben erfolgen stets sehr genau, ohne Verzögerung, kein Ghosting, keine Probleme bei vielen gleichzeitigen Tastendrücken. Zu beginn ist es allerdings eine deutliche Umstellung. Die Tasten fühlen sich auf jeden Fall anders an und es bedarf einer kurzen Umgewöhnung, es ist eben kein Gummi mehr, dass man drückt, sondern „richtige“ Schalter.

Auch nutze ich die von ROCCAT angepriesene Easy-Shift Funktion sowie die Talk-Funktion nie. Bislang habe ich hierfür noch keine Sinnvolle Anwendung gefunden, bei dem mir der Einsatz helfen könnte.

Beim Schreiben/Arbeiten

ROCCAT Ryos MK Pro MediasteuerungDa ich natürlich nicht nur mit der Tastatur spiele, war für mich auch wichtig, dass sie neben dem Spielerlebnis auch ein gute Figur beim Schreiben bzw. Arbeiten machen. Auch hier würde ich keines falls enttäuscht. Zwar sind Tastenanschläge deutlich lauter als bei anderen „herkömmlichen“ Modellen, aber daran gewöhnt man sich recht schnell. Für ein Büro ist die allerdings wohl eher nichts. Gerade wenn man auch das Audio-Feedback in den Cherrys hat,  stelle ich mir persönlich für andere Personen die Geräusche schnell nervig vor.

Das Schreibgefühl hingehen hat mich sehr überrascht und ich finde es durchweg positiv. Ähnlich dem Spielen bedarf es einer Gewöhnung an die neue Tastatur (was aber bei einem Wechsel immer der Fall ist) und die neue Art der Tasten, aber dies geschieht sehr schnell und ohne, dass man sich tagelang vertippt. So habe ich jetzt eher ein unangenehmes Gefühl, wenn ich auf anderen Tastaturen schreiben muss. Nicht unbedingt nur bei den einfachen Modellen, sondern auch bei vergleichsweise hochwertigen Tastaturen, wie sie in MacBooks und Co verbaut sind. Am liebsten würde ich wohl überall mit der MK Pro oder einer verwandten Version davon arbeiten.

Was man bei der Tastatur allerdings sucht sind Multimedia Tasten. Diese sind nur durch die Kombination einer FN-Taste auf den F-Tasten verfügbar – ähnlich eines Laptops. Hier hätte man eventuell noch etwas verbessern können. Aber da ich auch diese Tasten eher selten benutze, störe ich mich nicht sehr daran und konnte mich auch gut an diese Tatsache gewöhnen.

Zusammenfassung

Mich hat die Tastatur in jeder Hinsicht überzeugt, zwar nutze ich weit nicht alle Funktionen, die theoretisch möglich wären – daher sollte man doch überlegen, eine kleinere Variante davon zu nehmen bzw. einen anderen Hersteller mechanischer Tastaturen in Betracht ziehen. Aber auf jeden Fall wird es für mich so schnell keine andere Tastatur geben. Zurück zu den herkömmlichen Tastaturen werde ich wohl auch nicht mehr wechseln.

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